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Medizinseminar des VIT in Zwiesel
28.10.2013
von Matthias Ernst

Um die Tauchsportfreunde auch in der Herbstsaison noch vor der Langeweile zu bewahren, veranstalteten die Woidtaucher des SV 22 Zwiesel am vergangenen Samstag eine Weiterbildung im Bereich Tauchmedizin. Der Ausschreibung auf der Homepage des VIT (Verband Internationaler Tauchschulen) folgte eine Vielzahl von Teilnehmern, die sich allesamt am Morgen des 19. Oktober im Vereinsheim des SV 22 Zwiesel einfanden. Hierfür nahmen die Interessenten teilweise Anfahrtstrecken von über 400 km in Kauf.

Teilnehmer Medizinseminar Zwiesel

Pünktlich um 9:00 Uhr (cum tempore) führte uns dann der VIT-Vizepräsident und Ausbildungsleiter Georg Arends in die Thematik Tauchen und Diabetes ein. Auf Grundlage aktueller Zahlen wurde eindrucksvoll die Notwendigkeit einer Auseinandersetzung mit dieser Krankheit begründet. In Deutschland gibt es derzeit etwa acht Millionen behandelte Diabetesfälle, was einem Anstieg von rund 50 Prozent innerhalb der letzten zehn Jahre entspricht. Dass sich diese Zahlen verhältnismäßig auch im Tauchsport widerspiegeln könnten, steht wohl außer Frage. Aber was bedeutet eigentlich Diabetes? Was tun im Notfall? Darf ein Diabetiker überhaupt tauchen? Keine dieser Fragen ließ Arends unbeantwortet und stellte sich aufgeschlossen und äußerst kompetent noch vielen weiteren.

Tauchen und Diabetes sind zwei Schlagwörter, die sich durchaus vereinen lassen. Mit didaktischem Geschick und viel Humor vermittelte uns Hr. Arends in seinem kurzweiligen Vortrag einen tiefen Einblick in dieses Gebiet und erklärte anschaulich und fundiert, dass bei entsprechender Behandlung sowie Beachtung tauchsportärztlicher Punkte auch für Diabetiker die Möglichkeit besteht, die Freuden des Sporttauchens zu genießen. Neben diesem zentralen Punkt war nach einem schmackhaften Mittagessen aber auch die Tauchpsychologie von Bedeutung. In diesem Zusammenhang erläuterte Hr. Arends zunächst grundlegende Faktoren wie Stress und Angst, welche vor allem bei der Ausbildung von Tauchanfängern eine wichtige Rolle spielen. Anschließend wurden die komplexen Vorgänge, die sich dabei in unserem Gehirn abspielen, angeschnitten und sporttauchergerecht erklärt. Auch bei dieser anfänglich sehr nüchtern erscheinenden Thematik konnte der Referent durch diverse persönliche Erfahrungsberichte und mit gekonntem Witz für Kurzweil sorgen.

Danach übergab Hr. Arends an seinen Kollegen, den Tauchphysik-Experten Dr. Armin Rauen. Dieser übernahm dann auch gleich die Leitung und führte zunächst in die Zusammensetzung verschiedener Atemgase ein. Damit konnte anschließend der Zusammenhang zwischen Tauchtiefe und den jeweiligen Partialdrücken sowie deren Auswirkungen auf den Körper erklärt werden. Dies diente Dr. Rauen dann als Basis, um auf das zentrale Thema der Gegendiffusion detailliert eingehen zu können. Anhand eines vom Referenten selbst entwickelten Programms (Dekotrainer) wurden die Auswirkungen eines Atemgaswechsels während eines Tauchgangs auf die unterschiedlichen Gewebe anschaulich dargestellt.

Bei dieser speziellen und anspruchsvollen Problematik, die vor allem im Bereich des technischen Tauchens von Bedeutung ist, ließ Dr. Rauen keine Fragen offen und stellte eindrucksvoll seinen Ruf als Tauchphysik-Experte unter Beweis. Gegen 16:30 Uhr rundete er dann den Ausbildungstag mit einer Tauchgangsimulation anhand des zuvor erwähnten Programms ab. Am Ende dieses interessanten und durchaus angenehm gestalteten Seminars konnten die Teilnehmer mit freudiger Aussicht auf ein Praxisseminar (Diabetes beim Tauchen) im kommenden Jahr die Heimreise antreten. Die Einladung zu diesem Seminar wird seitens des VIT auch Interessenten offen stehen, die nicht an diesem Medizinseminar teilgenommen haben.

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